Persönliches Wort 06.2019

Jesus begegnet Johanna

Johanna, die Frau des Chusas, eines hohen Angestellten des Königshauses, zählt zu den ersten Personen, die mit Jesus waren (Lk.8,3). Sie war am Anfang des Dienstes Jesu geheilt (od. befreit) worden und hatte sich den Jüngern angeschlossen. Auch zählt sie zu den treuen engen Jüngern, die bei der grossen Krise (Joh.6) treu zu Jesus standen und weiter mit ihm unterwegs waren. Im Allgemeinen lehren jüdische Rabbiner, dass Frauen keinen gesellschaftlichen Umgang mit Männern haben sollten, mit denen sie nicht verwandt waren. Erst recht sollen sie nicht mit ihnen reisen. Jüdische Männer sollten überhaupt nur wenig mit

Frauen reden. Jesus fühlte sich an solche Traditionen nicht gebunden und erlaubte Johanna und den anderen gläubigen Frauen, sich seiner Gruppe anzuschließen. Auch war Johanna mit den anderen Frauen am Grab dabei, als sie das leere Grab entdeckten. Wir dürfen entdecken, dass sie eine treue, ausdauernde Frau war, die mit ihrem Vermögen den Dienst Jesu unterstützte. Woher kam dieses Vermögen? Ihr Mann war Verwalter bei Herodes gewesen. Möglicherweise war sie Witwe, hatte keine Söhne gehabt, so dass ihr nun der Besitz des Mannes zu fiel. Aus zeitgenössischen Texten gehen 5 mögliche Einkunftsarten jüdischer Frauen hervor: 1. eine Erbschaft, falls der Vater keinen Sohn hatte, 2. Schenkungen von Besitz, 3. in einem Ehevertrag vereinbarte Zahlungen bei einer Scheidung, 4.Einkommen aus dem Grundbesitz des verstorbenen Ehemanns oder 5. persönliche Einnahmen.

Wir haben es also hier mit einer vermögenden Frau zu tun, die uns bis heute ein grosses Vorbild ist. Sie hat uns ein Beispiel für Treue und Hingabe auch in schweren Zeiten hinterlassen. Machen wir es doch ebenso.

Herzliche Grüsse
Frank Vornheder